Aus Sicht eines ganzheitlichen Menschenbildes verfügen wir nebst Körper und Psyche immer auch über ein überzeitliches, ausserkörperliches geistiges Bewusstsein. Da wir aber diesen energetischen Teil von uns nicht berühren, sehen oder sonst wie physisch dingfest machen können, fällt es uns schwer, ihn wahrzunehmen und von unserer Psyche bzw. unserem Denken und Fühlen zu unterscheiden. Was also ist geistiges Bewusstsein? Und worin unterscheidet es sich von unserer Psyche?

Unsere Psyche ist Teil unserer Körperlichkeit. Sie ist biologisch determiniert und an neurophysiologische Prozesse unseres Gehirns und Nervensystems gebunden. Sie befähigt uns dazu, zu denken, zu fühlen, zu sprechen, zu träumen und uns in Raum und Zeit zu orientieren. 

Unser geistiges Bewusstsein hingegen existiert unabhängig von unserem Körper und ist Teil eines allumfassenden, überzeitlichen und ausserkörperlichen Bewusstseins. Es ist reine Energie, weder an Materie, noch an Raum oder Zeit gebunden und entzieht sich der begrenzenden Logik unseres Denkens. Es ist eine wichtige Triebkraft unserer Gestaltungsfreiheit, Individualität und Ausdrucksfähigkeit. Es ist gewissermassen Träger und Hüter unseres Seelenplan bzw. unseres Wunsches, unsere Begabungen und unser Wesen zu entfalten. Dieses Streben nach Selbstentfaltung ist natürlich und gesund. Unterdrücken wir es, drohen wir krank zu werden.

Geist und Psyche interagieren miteinander, wobei unsere Psyche eine Mittlerrolle einnimmt, indem sie uns geistige Phänomene und Informationen gedanklich-emotional zugänglich macht. Sie dient gewissermassen als Decodierungs- und Übersetzungsgerät, das geistige Informationen in eine für uns verständliche Form aufschlüsselt, z.B. in Gefühle, Gedanken, Worte oder Bilder. Unsere Psyche macht uns also geistige Bewusstseinsinhalte zugänglich, verursacht sie aber nicht. Wie ein Radio, das Musik empfängt und wiedergibt, diese aber nicht selbst erzeugt.

Informationen und Geschehnisse, die wir während einer Heiltrance, Meditation oder im Zuge einer Nahtoderfahrung wahrnehmen, entstammen nicht unserer Psyche oder unserem Gehirn, also auch nicht unserem Unterbewusstsein oder unserer Fantasie. Sie entstammen jener ausserkörperlichen geistigen Bewusstseinsebene, der auch unser geistiges Bewusstsein zugehört.

Aufgrund des Zusammenspiels zwischen Psyche und Geist bzw. Gehirn und geistiges Bewusstsein können wir mit Tieren telepathisch kommunizieren. Biologisch unterscheiden sich Tiere zum Teil markant von uns. Auf geistiger Ebene aber sind sie, was wir sind: Eigenständige Seelenwesen und Träger eines eigenen Bewusstseins. Tiertelepathie funktioniert, weil wir den Gehalt unserer geistigen Zwiesprache mit Tieren dank der decodierenden Rolle unserer Psyche erfassen können. 

Damit wir geistige Informationen empfangen und richtig einordnen können, müssen wir psychisch sowohl offen als auch stabil und gesund sein. Andernfalls sind wir in unserer Wahrnehmungsfähigkeit entweder zu eingeschränkt oder umgekehrt zu durchlässig. Wir nehmen dann mehr wahr als wir rational und emotional verkraften können. Gesundheit bedeutet immer auch innere Balance  und schliesst ein, dass wir uns als körperliche, psychische, soziale und geistige Wesen ernstnehmen, achten und weiterentwickeln.

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